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Das zweite Jahrtausend

Adrian Nikiel

Verlassene königliche Residenzen, die zu Museumsräumen umfunktioniert wurden, sind ein stummer Vorwurf, ein Symbol für die geistige Leere des modernen Staates. Die Besucher durchstreifen die Gemächer auf der Suche nach dem verlorenen Herrscher. Kunsthistoriker lehnen den in den Denkmälern verborgenen Gründungsmythos ab. Die Lebenden und die Toten warten auf die Aufforderung, ihre Teilnahme am Bund der Generationen zu bekräftigen. Doch der künftige König ist keine Museumsfigur, so schön und ehrwürdig er auch sein mag. Er verkörpert die Morgendämmerung, den Frühling, die Jugend, die Energie, die Wiedergeburt, das geistige Prinzip, das die Welt regiert. Wir warten auf den Fürsten, der das Schicksal, die Befreiung, die Zukunft ist, nicht eines der nationalen Erinnerungsstücke.

Heute ist er noch ein heimatloser Wanderer. Der König wird nicht in einem Museumsraum leben, denn neue Formen erfordern neue Paläste ‒ auch wenn der Herrscher selbst ein Meister der Askese ist.

tłumaczenie: Anonim

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